hba1c - das Blutzuckergedächtnis

Mit dem Begriff Hba1c wird jener rote Blutfarbstoff (H√§moglobin) bezeichnet, der an Traubenzucker (Glukose) gebunden ist, weshalb diese Abk√ľrzung f√ľr Glykoh√§moglobin steht. Bei einer Blutuntersuchung hinsichtlich der Einsch√§tzung eines Diabetesrisikos (Diabetes mellitus/Zuckerkrankheit) oder bei einer Diagnose des Krankheitsverlaufs wird der Anteil des Glykoh√§moglobins in Relation zum gesamten H√§moglobin kontrolliert.

Der erhaltene Wert ist nicht f√ľr eine aktuelle Bestandsaufnahme relevant, sondern gibt Auskunft √ľber den Blutzucker der letzten acht bis zw√∂lf Wochen - daher wird der Glykoh√§moglobin-Wert auch Blutzuckerged√§chtnis bzw. Langzeit-Blutzucker genannt. Je √∂fter und l√§nger der Blutzucker aufgrund einer unausgeglichenen Stoffwechsellage in dieser Zeit erh√∂ht war, umso mehr Blutfarbstoff hat sich mit dem Traubenzucker verbunden.
Das Glykohämoglobin stellt den entscheidenden Messwert dar, mit dem die Zuckerkrankheit beobachtet und die Patienten medikamentös eingestellt werden, weshalb man ihn regelmäßig, etwa alle drei Monate, kontrollieren lassen sollte.

Rote Blutkörperchen leben nämlich ca. 120 Tage, wobei permanent ein Austausch von verzuckerten alten gegen noch nicht verzuckerte neue stattfindet.

Die Anlagerung der Zuckermolek√ľle an das H√§moglobin erfolgt relativ langsam und ist w√§hrend der ersten Stunden sogar r√ľckbildungsf√§hig. Daher haben kurzfristig hohe Werte, wie zum Beispiel nach einer Ern√§hrungss√ľnde, kaum Einfluss auf das Glykoh√§moglobin. Aber auch umkehrt gilt: Blutzuckerspitzen k√∂nnen durch nachfolgende Unterzuckerung gr√∂√ütenteils wettgemacht werden, woraus ein kaum oder gar nicht erh√∂hter Wert resultiert, der f√§lschlicherweise eine optimale medikament√∂se Einstellung des Patienten vorspiegelt. Doch auch diese Radikalma√ünahme hat keinen Einfluss auf das Glykoh√§moglobin, weshalb die Messung des Langzeit-Blutzuckers √§u√üerst aussagekr√§ftig ist.

Das Glykoh√§moglobin wird nach der Blutabnahme und Analyse im Labor √ľblicherweise mit dem behandelnden Arzt besprochen, der den Wert in einen Diabetespass eintr√§gt und mit dieser Ma√ünahme die Zuckerkrankheit seiner Patienten √ľberwacht.

Bei Bedarf kann bei einem nicht zufriedenstellenden Ergebnis eine Korrektur der medikament√∂sen Einstellung vorgenommen werden. Dar√ľber hinaus ist der Mediziner in der Lage, bei einem neuen Patienten, der die Zuckerkrankheit mutma√ülich geerbt hat, mithilfe einer solchen Messung das Diabetesrisiko in Bezug auf die Stoffwechselg√ľte der letzten acht bis zw√∂lf Wochen abzusch√§tzen.
Leider werden je nach Labor, welches die Analysen durchf√ľhrt, unterschiedliche Methoden zur Bestimmung des Glykoh√§moglobins eingesetzt, dessen Ergebnisse im Normalbereich leicht voneinander abweichen k√∂nnen.

Es ist die Pflicht des behandelnden Arztes, den exakten Normbereich des beauftragten Labors zu kennen, damit er zuverl√§ssige Aussagen hinsichtlich der Ergebnisse seiner Patienten treffen kann. Dieser Normalbereich liegt bei den √ľblichen Laborverfahren in Deutschland f√ľr gesunde Menschen bei rund sechs Prozent.

In der letzten Zeit hat sich jedoch herauskristallisiert, dass die √ľblichen Verfahren zur Bestimmung des Langzeit-Blutzuckers auch Verunreinigungen erfassen, sodass in Folge der Wert stets zu hoch ausf√§llt. Man hat daher einen Standard entwickelt, in den
ausschlie√ülich jener rote Blutfarbstoff eingeht, an den sich bereits Zuckermolek√ľle angebunden haben. Aus diesem Grund liegen die Laborergebnisse nun etwa 30 Prozent niedriger als zuvor.

Damit es nicht zu Verwechslungen kommt, werden die Glykoh√§moglobin-Werte, die man mit dem neuen Standard bestimmt hat, in der Einheit mmol/mol (glykosyliertes H√§moglobin im Gesamth√§moglobin) angegeben. Der Wert f√ľr gesunde Menschen liegt bei 28 bis 38 mmol/mol.
Bis auf weiteres werden noch beide Angaben, Prozent und mmol/mol, verwendet.







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